Gefährdungsanalyse TrinkwV 2020-06-26T11:11:59+02:00

„Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts gibt es in Deutschland jährlich 3.000 Sterbefälle durch Legionellen.
Ob das stimmt? Wissen wir nicht genau. Wir wissen aber, dass die Behörden bei Legionellen keinen Spaß mehr verstehen!“
Jürgen Tauschek, Geschäftsführer

Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung

Trinkwasserverordnung: Was Sie wissen sollten

Macht eine Gefährdungsanalyse erforderlich: Verunreinigung von Trinkwasser

Trinkwasserverunreinigung

Wer ist von der Trinkwasserverordnung betroffen?

Die neue Regelung richtet sich vor allem an Betreiber und Eigentümer, deren Gebäude oder Anlagen Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgeben. Das bedeutet, dass eventuell auch Vermieter ihre Häuser auf Legionellen im Trinkwasser untersuchen lassen müssen. Das hängt wiederum davon ab, ob es sich bei der verwendeten Trinkwassererwärmungsanlage um eine „Großanlage“ handelt, die das Trinkwasser über Duschen, Badewannen oder Handbrausen vernebelt. Eine Großanlage liegt dann vor, wenn der zentrale Trinkwassererwärmer mindestens 400 Liter fasst oder sich in der Warmwasserleitung mehr als drei Liter Wasser vom Speicher bis zur letzten Entnahmearmatur befinden.

Was genau wird untersucht?

Im Rahmen der Trinkwasserverordnung wird nur auf Legionellen untersucht. Andere Wasserinhaltsstoffe wie Kalk, Rost oder Keime werden hier nicht überprüft. Laut TrinkwV liegt der Grenzwert für Legionellen bei 100 KBE pro 100 ml Probewasser. Wird dieser Grenzwert überschritten, ist der Anlagenbetreiber dazu verpflichtet, eine Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung erstellen und Schutzmaßnahmen, wie die Desinfektion der betroffenen Anlage, durchführen zu lassen. Folgende Tabelle zeigt die jeweiligen Grenzwerte und den daraus resultierenden Handlungsbedarf.

LegionellenBewertungMaßnahmenWeitere UntersuchungNachuntersuchungen
1-100Keine nachweisbare oder geringe KontaminationKeineKeineKeine.
Normaler Prüfzyklus von 1 bzw. 3 Jahren
101-1.000Mittlere KontaminationGefährdungsanalyse und mittelfristige DesinfektionInnerhalb von max. 1 Jahr1 Woche nach Desinfektion
1.001-10.000Hohe KontaminationGefährdungsanalyse und kurzfristige DesinfektionInnerhalb von 3 Monaten1 Woche nach Desinfektion
>10.000Sehr hohe KontaminationGefährdungsanalyse und direkte Gefahrenabwehr (Desinfektion und Nutzungseinschränkung der Anlage)Unverzüglich1 Woche nach Desinfektion

Quelle: DVGW-Arbeitsblatt W 551

Trinkwasser-Gefährdungsanalyse: Wenn der Grenzwert überschritten wird

Eine Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung wird dann notwendig, wenn die Legionellenkonzentration höher als 100 KBE je 100 ml Trinkwasser liegt. Die Analyse dient dazu, die Ursache für die erhöhte Legionellenzahl im Wasser zu finden, Risikofaktoren zu identifizieren und einen geeigneten Maßnahmenplan zur dauerhaften Beseitigung der Bakterien zu erstellen.

Die Gefährdungsanalyse ist in der Regel in drei Schritte unterteilt:

  1. Erfassung und Dokumentation des Ist-Zustands
  2. Abgleich des Ist- und Soll-Zustands
  3. Gesamtbewertung und Planung von geeigneten Maßnahmen

Wir erstellen die Gefährdungsanalysen gemäß Trinkwasserverordnung nach dem aktuellen Stand der Technik und arbeiten gemäß § 15 Abs. 4 TrinkwV ausschließlich mit akkreditieren Prüflaboratorien zusammen. Sollte im Anschluss eine professionelle Trinkwasser-Desinfektion notwendig werden, beraten wir Sie gerne zu den passenden Produkten zum Schutz vor Legionellen und anderen Keimen.