Teil-/Vollentsalzung

Teil-/Vollentsalzung 2018-06-16T13:40:21+00:00

Teilentsalzung (Entkarbonisierung)

Teilentsalzungsanlage

Bei der Teilentsalzung werden wie bei der Enthärtung die Kationen Calcium und Magnesium aus dem Wasser herausgenommen (Entfernung Carbonathärte). Als Austauscher wird ein schwach saurer Ionenaustauscher verwendet, der mit Wasserstoffionen vorbeladen ist. Während bei der Enthärtung der Austausch der härtebildenden Kationen gegen Natrium-Ionen erfolgt, geschieht dieser bei der Entkarbonisierung also gegen Wasserstoffionen. Aus der Karbonathärte entsteht dadurch Kohlensäure. Der Salzgehalt bei der Entkarbonisierung wird entsprechend reduziert. Die Regeneration der Harze erfolgt mit Salzsäure (HCl).

Nach einigen Jahren ist ein Harztausch erforderlich. Bei größeren Anlagen sollte die Funktion der Ionenaustauscherharze regelmäßig über eine Harzanalyse überprüft werden.

Vollentsalzung

Vollentsalzungsanlage

Bei der Vollentsalzung im Ionenaustauschverfahren werden gelöste Stoffe fast vollständig aus dem Rohwasser entfernt. Die Vollentsalzung wird häufig auch als Demineralisierung bezeichnet.

Hierzu wird ein Kation- und ein Anionaustauscher eingesetzt. Diese Austauscher, die mit Harzen befüllt sind, können entweder nacheinander geschaltet sein (2 Druckbehälter) oder in einem sogenannten Mischbett innig vermischt sein (nur 1 Druckbehälter). Die Regeneration der Harze erfolgt mit Salzsäure (HCl) und Natronlauge (NaOH).

Um die Laufzeiten zu optimieren werden häufig Entgasungssysteme zwischen die Austauscher geschaltet. Moderne Membranentgasungssysteme haben sich am Markt durchgesetzt und bieten Vorteile gegenüber der klassischen Entgasung mit Riesler.

Durch die erste Passage des Kationentauschers wird das Wasser durch entstehende Kohlensäure stark sauer (niedriger pH-Wert). Die Kohlensäure wird bei der Entgasung ausgetrieben. Im Nachgang fließt das Wasser durch den Anionentauscher, der hierdurch geringer dimensioniert werden kann.

Das Harz muss nach gewisser Zeit ebenfalls getauscht werden. Bei größeren Anlagen sollte die Funktion der Ionenaustauscherharze regelmäßig über eine Harzanalyse überprüft werden.

Nochmals zusammenfassend:
Die Vollentsalzung erfolgt, ähnlich wie die Enthärtung, über Ionenaustauscher. In zwei voneinander getrennten, aber nacheinander geschalteten Tanks, befindet sich im ersten kationisches, im zweiten anionisches Harz. Dabei wird das kationische Harz mit HCL (Salzsäure, Chlorwasserstoffsäure), das anionische Harz mit NaOH (Natronlauge, Natriumhydroxid) regeneriert.

Werden an bereits aufbereitetes Wasser höchste Anforderungen bezüglich Restleitfähigkeit und Restsilikat gestellt, muss dem Kationen- und Anionenaustauscher ein Mischbettaustauscher nachgeschaltet werden. In einem Mischbettaustauscher liegen Kationenaustauscherharz und Anionenaustauscherharz innig vermischt nebeneinander vor. Hierdurch wird eine noch bessere Entmineralisierung (Vollentsalzung) erreicht als dies durch die Anwendung von nacheinander geschalteten Kationen- und Anionenaustauschern möglich ist. Weiterhin dient es zur Sicherheit, wenn bei Störungen der vorangeschalteten Anlage eine Störung auftritt.